Sektorvorhaben Politikberatung Grundwasser – Ressourcen und Management
Grundwasser als Teil eines nachhaltigen und integrierten Wasserressourcenmanagements
Die Verfügbarkeit von Wasser ist ein entscheidender Faktor für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch zur Erreichung der UN Millenium Entwicklungsziele (MDG). Bereits heute sind in vielen Ländern Menge und Qualität der Wasserressourcen nicht ausreichend gesichert. Es ist zu erwarten, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren aufgrund von Klimawandel, zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung und regional starken Bevölkerungswachstums weiter verschärfen wird. Deshalb werden derzeit weltweit, auf nationaler und internationaler Ebene, Anstrengungen für ein integriertes Management der Wasserressourcen (IWRM) unternommen. Dies beinhaltet eine ganzheitliche Sicht auf die Wasserressourcen, welche die natürlichen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung des Wassers für Mensch und Umwelt berücksichtigt. Aufgrund seiner Charakteristika wird Grundwasser allerdings, im Gegensatz zu Oberflächenwasser, oftmals noch zu wenig in die modernen Ansätze des Wassermanagements mit einbezogen.
Die Nutzung von Grundwasservorkommen ist in vielen Ländern, insbesondere in ariden und semi-ariden Gebieten, wesentlicher Bestandteil der Wasserversorgung. Zusätzlich wird eine vermehrte Nutzung von Grundwasser in zahlreichen Ländern als eine Lösung für den steigenden Bedarf der Landwirtschaft und anderer Nutzer gesehen, ohne dass die Nachhaltigkeit der Nutzung und Management ausreichend gewährleistet wäre. Die konsequente Berücksichtigung der Grundwasserressourcen ist daher für die nationale, regionale und lokale Ressourcenplanung von entscheidender Bedeutung.
Deutschland ist international der zweitgrößte bilaterale Geber im Wassersektor. Die ganzheitliche (IWRM-)Sicht auf den Sektor Wasser ist oberste Maxime der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Schwerpunkte in der bilateralen EZ mit Partnerländern liegen traditionell häufig vor allem in den Bereichen Wasserver- und Abwasserentsorgung und Sektorreformen. Eine Verbesserung des Ressourcenmanagements, z.B. durch Unterstützung in Bereichen der Informationsgewinnung und -nutzung für wasserplanerische Entscheidungen, findet bisher nur in begrenztem Umfang statt. Deshalb beauftragte das BMZ im Jahr 2005 die BGR mit der Durchführung eines globalen Sektorvorhabens, das auf konzeptioneller Ebene dazu beitragen soll, Grundwasseraspekte besser als Bestandteil der deutschen EZ im Wassersektor zu integrieren.